Geschichte

Die Funde in Gołuchów und seiner Umgebung zeugen von der Besiedelung dieses Gebietes bereits in der 4. Periode der Bronzezeit. Die unter römischen Einflüssen und im frühen Mittelalter entstandenen Denkmäler weisen darauf hin, dass diese Region seit 2500 Jahren ununterbrochen bewohnt war. Hierdurch führte ein wichtiger Handelsweg aus Poznań über Kalisz und Sieradz nach Kleinpolen. Im 13. Jahrhundert gehörten zahlreiche Dörfer dieser Region, auch Gołuchów, zu der Sippe Toporczyk, den ersten Eigentümern Gołuchóws. Es wird angenommen, dass bereits im 13. Jh. in Gołuchów eine Kirche gestiftet wurde, aber in den Quellen wird sie erst 1348 erwähnt. Im Jahre 1408 geriet das Vermögen, für drei Jahrhunderte, unter die Herrschaft von Wieniawici. 1508 überging das Dorf in die Hände von Leszczyńscy Wappens Wieniawa. Rafał Leszczyński errichtete hier gegen 1560 im Renaissancestil einen gefestigten Herrenhof, der infolge der von ihm unternommenen Arbeiten in ein zweiflügeliges, um einen Hof mit Arkadenkreuzgang angelegtes Schloss umgewandelt wurde. In Gołuchów kamen 1555 die Vertreter der Kalvinisten aus Kleinpolen und der großpolnischen Böhmischen Brüder zusammen, um über die Verbindung zweier Konfessionen zu beraten. Auf dem Schloss von Gołuchów wurde 1581 für die Böhmischen Brüder ebenfalls ein Privileg niedergeschrieben, mit dem sie eine Pfarrkirche und zu der Pfarrgemeinde gehörende Anlagen erhielten. Anfang des 17. Jh. wurde der Herrenhof ausgebaut. Nach dem Jahr 1695 unterging aber diese herrliche Magnatenresidenz. Das geschah, nachdem Leszczyńscy das Schloss verkauft hatten. Es ging nachher von Hand zu Hand, bis im Jahre 1853 Tytus Działyński aus Kórnik die Güter von Gołuchów für seinen Sohn Jan kaufte. Seit dem Jahr 1856 ordnete man den Park und traf Vorbereitungen für den Wiederaufbau des ruinierten Schlosses. Die von Jan Działyński gestarteten Arbeiten führte seine Frau, Izabela von Czartoryski  Działyńska, dem Ende zu. In den Schlossräumen, die in den Jahren 1872-1885 umgebaut wurden, wurde das Museum der Kunstwerke errichtet. Man sammelte sie in ganz Europa, einen Teil von ihnen übertrug man aus dem Hotel Lambert in Paris. Das Museum verfügte über eine kostbare Kollektion der griechischen Vasen, über Gemälde, eine Militär- und Kunsthandwerksammlung, darunter eine Sammlung des Limosiner Emails. Bis 1939 war es eines der größten Privatmuseums in Europa.

Um das Schloss herum erstreckt sich ein schöner Park, der in der 2. Hälfte des 19. Jh. nach dem Konzept von Jan Działyński entstand. Die Pläne des Grafen ließ jahrzehntelang Adam Kubaszewski Wirklichkeit werden.

Gołuchów befand sich im Besitz von Czartoryscy bis zum zweiten Weltkrieg. Während des Krieges wurden die Museumssammlungen hinausgeführt, und die Denkmalkirche, die in der Nähe des  Parkeingangs stand, niedergerissen. 1951 wurde das Schloss durch das Nationalmuseum in Poznań übernommen und funktioniert bis heute als seine Abteilung.

Gołuchóws Baudenkmäler gehören zu den bekannteren und bestens erhaltenen Residenzanlagen in Polen. Die Geschichte dieser Residenz, verbunden mit glänzenden Geschlechtern von Leszczyńscy, Działyńscy und letztendlich Czartoryscy, ist in die polnische Geschichte und Kultur fest geschrieben.